Der Nachmittagsexpress der AKB beschreibt den Börsentag wie folgt:
USA: Die US-Aktienfutures lassen eine leicht höhere Eröffnung erahnen. Der Fokus wird klar auf den nach USBörsenschluss erwarteten Bilanzdaten des Aluminiumkonzerns Alcoa liegen. Das Unternehmen eröffnet wie immer den US-Bilanzreigen. Diese Woche werden noch die Daten von Google, JP Morgan oder der Bank of America erwartet. Daneben rücken auch die Aktien der Nasdaq in den Mittelpunkt. Die Nasdaq hat für die NYSE Euronext ein neues Übernahmeangebot vorgelegt, welches um eine Mrd höher ist, als das der Deutschen Börse. Die NYSE hat sich klar gegen das Angebot der Nasdaq gestellt und sich für eine Fusion mit der Deutschen Börse ausgesprochen.
Deutschland: Der Dax notiert zum Wochenauftakt hin schwächer. Schuld für die Zurückhaltung der Investoren ist ein schweres Nachbeben im Nordosten Japans. Die Anteilsscheine der Deutschen Börse notieren rund 1.1% fester. Im Übernahmepoker um die NYSE Euronext hat sich die „Braut“ klar für einen Zusammenschluss mit der Deutschen Börse ausgesprochen. Daimler hält heute die rote Laterne im Dax. Die Aktien büssen über 3.1% ihres Wertes ein. Analysten der Credit Suisse haben die Titel von neutral auf underweight zurückgestuft. Die Entscheidung wurde damit begründet, dass es bessere Optionen gäbe, als Anlagen im Stuttgarter Autobauer. Im LkW-Bereich wird MAN favorisiert, im Autobereich ist es BMW. Hochtief rutscht über neun Prozent in die Tiefe, nachdem der Baukonzern die Senkung der Gewinnprognose bekannt gegeben hat. Diese Massnahme wurde notwendig, nachdem bei der australischen Tochter Leighton Abschreibungen unumgänglich geworden sind.
Schweiz: Tiefere Kursnotierungen sind auch an der Schweizer Börse ersichtlich. Im Vorfeld der heute in den USA beginnenden Berichtssaison halten sich die Anleger eher an der Seitenlinie zurück. In der zweiten Reihe sorgen zwei Übernahmen für Gesprächsstoff. Zum einen übernimmt der Solarbauer Meyer Burger die deutsche Roth & Rau für rund 350 Mio Euro. Die Aktien des Schweizer Unternehmens verlieren zwei Prozent. Schulthess wird von der schwedischen Nibe für rund 638 Mio CHF gekauft. Dieser Kauf wird von den Anlegern honoriert. Sie lassen Schulthess um über 10.8% ansteigen. Praktisch unverändert zeigen sich die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse. Meist schwächer tendieren die Versicherungstitel. Nach den spekulativen Käufen der vergangenen Woche setzen bei Swiss Life nun Gewinnmitnahmen ein und drücken die Titel um 0.3% ins Minus. Eine leichtere Tendenz setzt sich auch bei den Zyklikern durch. Das gute Ergebnis von Burkhalter lässt die Aktien um 4.5% steigen. Sonova gehört zu den Verlierern. Das wegen Insiderverdachts in die Schlagzeilen gekommene Unternehmen kommt nicht zur Ruhe.
