Der Nachmittagsexpress beschreibt die aktuelle Situation wie folgt:
USA: Die Futures deuten auf einen gehaltenen Start in den amerikanischen Börsentag hin. Vor dem Handelsbeginn stehen noch Daten zur US-Handelsbilanz zur Publikation an. Weitere Impulse dürften in den nächsten Tagen hauptsächlich von den Geschäftsergebnissen ausgehen. Im Wochenverlauf werden unter anderem die Zahlen einiger grosser Banken erwartet. Heute veröffentlicht die Hotelkette Marriott International die Daten zum zweiten Quartal. Der Fokus dürfte sich auf den Gesamtjahresausblick richten. Negative Einflussfaktoren könnten die Lage in Europa sowie das schwächere Wachstum in China sein. Erwartet wird ein Gewinn von 0.42 Dollar pro Aktie, im Vorjahreszeitraum erwirtschaftete das Unternehmen 0.37 Dollar pro Aktie.
Europa: Die vertrackte Situation der Eurozone gepaart mit trüben Konjunkturperspektiven hält den Investitionsappetit der Anleger in Grenzen. Die europäischen Börsen eröffneten deutlich tiefer, konnten aber gegen Mittag einen Teil der Verluste aufholen. Die Aussagen des italienischen Regierungschefs Mario Monti bezüglich einer möglichen Beantragung von Hilfen aus dem europäischen Rettungsfonds haben für Verunsicherung gesorgt. Burberry hat eine Verlangsamung des Umsatzwachstums im letzten Quartal bekannt gegeben. Die Aktien des britischen Luxusgüterproduzenten verlieren gut 6 Prozent und führen den gesamten Sektor ins Minus. Auf der Verkaufsliste der Anleger stehen auch die Papiere von Adidas, sie büssen knapp 2 Prozent ein. Die Titel haben im Sog der Fussball-EM und der anstehenden Olympiade Gewinne verzeichnet, die jetzt von einigen wieder mitgenommen werden.
Schweiz: Auch an der Schweizer Börse üben sich die Anleger in Zurückhaltung. Der enttäuschende Quartalsbericht von Burberry hat auch die Luxusgüteraktien im SMI in Mittleidenschaft gezogen. Swatch und Richemont verlieren rund 2 Prozent. Ein gemischtes Bild zeigt sich bei den Finanzwerten. UBS und Julius Bär verlieren gegen 0.5 Prozent, während die Credit Suisse leicht im Plus liegt. Die Titel von Kuoni verzeichnen einen Abschlag von 4 Prozent. Dies nachdem der Konzernchef Peter Rothwell in einem Interview die Geschäftsaussichten des Reisekonzerns vorsichtig beurteilte. An der Spitze im SMI liegen mit einem Plus von 1.1 Prozent klar Actelion. Der Titel profitiert davon, dass die Indexkommission der Börse sich gegen eine Änderung im SMI entschieden hat. Es wurde spekuliert, dass Actelion zugunsten von Kühne+Nagel aus dem Index fallen könnte.
