Der Nachmittagsexpress beschreibt die aktuelle Situation wie folgt:
USA: Die US-Aktienfutures deuten auf einen positiven Start in den neuen Handelstag hin. Nach dem gestrigen, kräftigen Anstieg dürfte es aber hie und da doch zu Gewinnmitnahmen kommen. Im Fokus stehen dürfte Honeywell. Der Konzern stellt sich auf eine lange Durststrecke in Europa ein. Die Nachfrage bleibt infolge der andauernden Schuldenkrise gering. Wie in den letzten beiden Tagen wird auch heute das Augenmerk auf dem Kursverlauf von Facebook liegen, ein Ende des Katzenjammers bei den Investoren ist noch nicht in Sicht. Nach dem Tradingverlust von 2 Mrd USD teilte JP Morgan-CEO Dimon mit, dass die Aktienrückkäufe momentan ausgesetzt worden sind.
Deutschland: Fortschritte bei der Bewältigung der Schuldenkrise geben dem Dax Auftrieb. Zusätzlich wird der Konjunkturoptimismus durch die Aussicht auf beschleunigte Investitionen Chinas geweckt. Die Finanzwerte stehen im Mittelpunkt, reagieren sie doch in der Regel sensibel auf Nachrichten, welche die Euro-Schuldenkrise betreffen. Die Aktien der Deutschen Bank verlieren knapp 0.5%, während diejenigen der Commerzbank 0.2% höher tendieren. In der Gunst der Anleger stehen zudem die Aktien konjunkturabhängiger Unternehmen, wie zum Beispiel die von HeidelbergCement. Sie notieren 3.1% fester. Auch BMW, Daimler und Volkswagen mischen bei den Gewinnern vorne mit. Sie alle verzeichnen Kurszuwächse zwischen 1.8% und 2.1%. Air Berlin geht davon aus, dass es zu keinen finanziellen Nachteilen bei der Verzögerung des neuen Grossflughafen Berlins kommen wird. Aus der Politik gibt es Signale, wonach man Schäden, die für das Unternehmen entstehen, rückerstatten wird. Die Titel steigen 1.9%.
Schweiz: Die Hoffnung auf eine Belebung der Wirtschaft sowie auf sich abzeichnende Lösungen in der Euro-Schuldenkrise sorgen auch an der Schweizer Börse für aufkeimenden Optimismus. Massive Verkäufe verzeichnen die Aktien von Sonova. Trotz einer Umsatzsteigerung im vergangenen Jahr sind die Marktteilnehmer nicht zufrieden mit dem Ergebnis und strafen die Aktien mit Kursverlusten von 6% ab. Honoriert wird dagegen bei den Titeln der Credit Suisse, dass bei der Grossbank die Ausschüttung für das vergangene Jahr via Aktiendividende erfolgen wird. Die Valoren steigen um 0.5%. Eine freundliche Tendenz zeichnet sich auch bei den Zyklikern ab. So steigen die Aktien von ABB, Fischer, Holcim, Clariant und Sulzer munter an. Aus der zweiten Reihe sticht Swisslog (+ 2.1%) hervor. Die Anteilsscheine profitieren von aufkeimenden Übernahmefantasien. Der Logistikkonzern teilte mit, dass die deutsche Grenzebach-Gruppe sich mit 11.3% am Unternehmen beteiligen wird und damit grösster Aktionär ist. Auf gutes Echo stösst im Markt die Nachricht von Arbonia Forster. Der Bauzulieferer gab bekannt, die britische Tochter Aqualux zu einem nichtgenannten Preis verkauft zu haben. Die Valoren von Arbonia notieren 4% fester.
