Wie präsentieren sich die Börsen heute? Der Nachmittagsexpress gibt Auskunft:
USA: Die Futures der US-Indizes deuten auf eine tiefere Eröffnung der amerikanischen Börsen hin. Impulse dürften von den neusten Zahlen zum Arbeitsmarkt ausgehen. Einen Tag bevor aus China die aktuellen Daten zur Wirtschaftsentwicklung bekannt gegeben werden, hat ein Chefökonom des Kabinetts das Wachstum im zweiten Quartal auf 7.5 Prozent geschätzt. Im weiteren Verlauf des Jahres sollen die Stimuli der Regierung Wirkung zeigen und das Wachstum anziehen. An der Generalversammlung von Yahoo! werden die Investoren des Suchmaschinenbetreibers nach einem turbulenten Jahr Antworten fordern. Vor allem wie die sinkenden Umsätze wieder angekurbelt werden sollen oder was mit dem Asien-Geschäft geschehen soll, dürfte von Interesse sein. Ein Bundesrichter in Kalifornien wird heute über die Zulassung einer Sammelklage gegen Facebook entscheiden. Beim Rechtsstreit geht es um die „Sponsored Stories“-Funktion und die damit zusammenhängenden Änderung des Schutzes der Privatsphäre der Nutzer. Es wird erwartet, dass United Airlines eine Bestellung von 100 Boeing 737-Flugzeugen bekannt gibt. Medien hatten bereits im Mai Gerüchte über den Auftrag mit einem Volumen von 9 Milliarden Dollar verbreitet.
Europa: Die europäischen Börsen notieren gegen Mittag allesamt im Minus. Wie bereits in den USA, zeigen sich die Investoren auch auf unserem Kontinent enttäuscht über die Zurückhaltung der US-Notenbank bezüglich weiterer Massnahmen zur Stützung der Konjunktur. Zu den klaren Verlierern zählen die Papiere von SAP mit einem Minus von beinahe 3 Prozent. Allerdings hatte der Softwarekonzern gestern zu den grössten Gewinnern gezählt. Von besser als erwarteten Zahlen zum zweiten Quartal profitieren die Aktien von Carrefour. Der Einzelhändler konnte die Umsatzerwartungen übertreffen, die Papiere legen darauf über 6.5 Prozent zu.
Schweiz: Im Gleichschritt mit den übrigen Börsen notiert auch hierzulande der Aktienmarkt klar tiefer. Wie immer wenn Konjunktursorgen die Börsen belasten, verzeichnen die Aktien der Luxusgüterkonzerne die grössten Verluste. Die Titel von Richemont und Swatch werden zusätzlich von der Angst eines starken Nachfragerückgangs in China belastet. Beide verlieren knapp 3 Prozent an Wert. Im breiten Markt stürzt Temenos regelrecht ab. Nach dem überraschenden Rücktritt des Konzernchefs Guy Dubois und einer Umsatzprogonosesenkung verlieren die Aktien des Herstellers von Bankensoftware deutlich über 20 Prozent. Weiter unter Kursdruck stehen auch die Papiere von Kuoni. Nach den starken Abgaben von gestern haben heute die Credit Suisse und die Bank Vontobel ihre Kursziele für die Aktie reduziert. Zurzeit notiert sie gut 5 Prozent tiefer als gestern.
