Im Sog der Italien-Sorgen (s. “Italien ist x-mal gefährlicher als Griechenland“) und der Spekulation um EZB-Interventionen zeigen Europas Börsen ein uneinheitliches Bild. Für die USA wird ein positiver Handelsstart erwartet. Detailinformationen finden sich wie gewohnt im Nachmittagsexpress:
USA: Nach den heftigen Vortagesverlusten wird an der Wall Street heute von stärkeren Kursen zur Eröffnung ausgegangen. Impulse dürfte der Markt von der Veröffentlichung der neusten Daten zum Arbeitsmarkt erhalten. Die nachbörslich publizierten Zahlen von Cisco lagen mit einem Gewinn von 0.43 Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 11.3 Milliarden über den Erwartungen der Analysten. Das Rating der Aktien des Netzwerkausrüsters wurde heute bereits von diversen Banken angehoben. Unter anderen wird Walt Disney heute Rechenschaft über das abgelaufene Quartal ablegen. Vor allem die Sportsendergruppe ESPN dürfte sich als Ertragsperle erweisen. Es wird mit einem Gewinn von 54 Cents pro Aktie gerechnet, 9 Cent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ebenfalls mit einer Gewinnsteigerung wird bei NVIDIA gerechnet. Pro Aktie soll der Chiphersteller 26 Cents verdient haben.
Deutschland: Heute hat sich an den europäischen Börsen genau das Gegenteilige Szenario von gestern abgespielt. Nach einer schwachen Eröffnung haben die Kurse aufgrund von Hoffnungen einer raschen Neubildung der italienischen Regierung angezogen. Die Nervosität bleibt allerdings hoch. Unter den deutschen Standardwerten brilliert nach der Bekanntgabe der neusten Zahlen die Deutsche Telekom mit einem Plus von 3 Prozent. Trotz eines kräftigen Gewinnsprungs von 69 Prozent auf 198.5 Millionen Euro hat der vorsichtige Ausblick des Düngemittel- und Salzherstellers K+S die Investoren abgeschreckt. Die Papiere verlieren zum Mittag knapp 5 Prozent.
Schweiz: Nur teilweise hat sich die Schweizer Börse von der deutlich tieferen Eröffnung erholt. Gebremst wird der SMI vor allem durch die Schwäche der defensiven Schwergewichte. Novartis und Roche verlieren rund ein Prozent, Nestlé wird 0.3 Prozent tiefer gehandelt. Als technische Gegenreaktion auf die starken Verluste der letzten Handelstage kann der Gewinn von gut einem Prozent bei Adecco angesehen werden. Die Versicherer Zurich und Swiss Re notieren rund 0.8 Prozent höher. Hier helfen die soliden Zahlen, die Zurich vorbörslich bekannt gegeben hat.
